Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Im Portrait: Hammerwerferin Mareike Nannen
Nachwuchstalent Mareike Nannen vom SV Holtland
Ostfriesen-Zeitung - Sie ist 15, wirft den Hammer um die 50 Meter weit und ärgert damit bei Wettkämpfen die meist ältere Konkurrenz mächtig. Mareike Nannen ist ein Ausnahmetalent. Erst am Wochenende gewann sie in Schöngau den Junioren-Cup. „Schon mit 13 und 14 war sie die Beste im Bundesgebiet“, erinnert sich ihr Trainer Klaus Beyer vom SV Holtland. Und auch in diesem Jahr liegt sie wahrscheinlich sehr weit vorne. Offizielle Listen gibt es aber noch nicht.
Dass Mareike eines Tages bei den Hammerwerfern landen würde, hätte sie nicht gedacht. Mit sechs Jahren spielte sie Volleyball. Später, mit zehn, ging sie zum Leichtathletiktraining beim SV Holtland. Ihre Trainer entdeckten Mareikes Wurftalent und schickten sie schließlich zu Klaus Beyer. „Ich sollte mir den Hammerwurf mal ansehen“, erinnert sich Mareike. Irgendwann habe sie sich gegen den Volleyball und für den Hammer entschieden.

An ihren ersten Wettkampf kann sich die junge Athletin aus Kleinhesel noch genau erinnern. In Delmenhorst hat sie im März 2003 eine Weite von 29,51 Metern geschafft. „Mareike ist sehr talentiert und ehrgeizig“, sagt ihr Trainer mit etwas Stolz in der Stimme. Allein in diesem Jahr habe sie sich um 15 Meter verbessert. Für ihren Erfolg trainiert sie hart. Fast täglich steht sie im Käfig, übt Drehungen und Würfe. Auch Krafttraining steht regelmäßig auf dem Plan. Für ihre Freunde hat sie nur am Wochenende Zeit. „In der Woche stehen Schule und Sport an erster Stelle“, sagt die Jugendliche.  Beyer wagt nur einen vorsichtigen Blick in Mareikes sportliche Zukunft. Vieles hänge von ihrer persönlichen Entwicklung ab. Und vor allem müsse die 15-Jährige verletzungsfrei bleiben. „Als Fernziel haben wir uns die U 18-Weltmeisterschaft in zwei Jahren gesteckt“, sagt Beyer. Wichtig sei für seinen Schützling, Wettkampferfahrung zu sammeln. „Sie muss die Nerven bewahren. Auch, wenn sie den Wettkampf mit einem ungültigen Wurf beginnt.“ Die Konzentration auf sich selbst sei enorm wichtig.  
 
Für Mareike steht fest: „Ein Leben ohne Sport gibt es für mich nicht.“ Den Hammerwurf will sie auf keinen Fall aufgeben. Nach ihrem Realschulabschluss will sie das Fachabitur machen und zum Bundesgrenzschutz gehen. Von ihrer Trainingskollegin Andrea Bunjes hat sie den Tipp bekommen, sich an der Sportschule in Cottbus zu bewerben. „Dort kann ich die Ausbildung parallel machen.“
Heute geht Mareike in Delmenhorst an den Start. Vielleicht gelingt es ihr, den Niedersachsenrekord von 55,77 Metern zu knacken. Die nächste Gelegenheit hätte sie dann am Sonntag bei den Niedersachsenmeisterschaften in Wilhelmshaven. „Da schafft sie es bestimmt“, ist Beyer zuversichtlich.

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