Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Regenrennen auf Norderney
Ostfriesen Zeitung - Bis Donnerstag will Philipp Brouwer mit seinen Teamkollegen vom LC Paderborn auf Norderney campen. Einen Grund zum Feiern hat der 22-Jährige jedenfalls. Der Westfale stand nach dem 16. City-Abendlauf ganz oben auf dem Siegerpodest: glücklich, aber auch klitschnass. Mit Beginn des Rennens fielen die Hoffnungen der Organisatoren auf gutes Wetter sprichwörtlich ins Wasser. Unwetterartige Regenfälle und ein Gewitter machten den Läufern zu schaffen. Von einer Bedingung machte Brouwer seinen weiteren Aufenthalt auf der Insel schmunzelnd abhängig: „Ich hoffe, wir finden unsere Zelte noch.“
Der Sieger wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Auf dem zweiten Rang des „Regenlaufes“ landete Georg Diettrich (LG Braunschweig). Als Fünfter wurde Peter Steinke bester Ostfriese. Bei den Damen setzte sich Irmi Hartmann gegen Wetterkapriolen und Konkurrenz durch: die Norderin gewann in 40:44 Minuten.

„Von diesem Lauf wird man noch in 20 Jahren erzählen“, lachte Organisationsleiter Manfred Plavenieks. Nachmittags genossen die Besucher noch die Sonne in den Cafés. Während des Laufes herrschte dann Weltuntergangs-Stimmung. Philipp Brouwer gab zu: „Man denkt am Anfang echt, ob man aufhören soll.“ Begeistert war er von der Resonanz. Ansonsten, so schilderte der Citylauf-Sieger seine Erfahrungen, stehe bei so schlechtem Wetter „keiner an der Strecke“. Die Vorfreude der Besucher ließ sich nicht trüben. Mit Kochtöpfen als Trommeln, Rasseln, Transparenten und Anfeuerungsrufen hielten Tausende bis zum Ende durch : ebenso nass und glücklich wie der Sieger und die 1200 anderen, die nach und nach erleichtert das Ziel durchliefen. Der Regen sorgte aber auch im Organistionsteam für zusätzlichen Stress, denn die elektronische Zeitnahme fiel kurzzeitig aus. Viele der Chips, die an die Läufer ausgegeben worden waren, wurden von den Transponder-Matten im Ziel nicht registriert. „So eine extreme Situation haben wir in all den Jahren nicht erlebt“, stöhnte Plavenieks. Dabei hatten die Veranstalter vor einigen Jahren auf die elektronische Erfassung umgestellt, um eine reibungslose und schnelle Ergebnis-Auswertung vornehmen zu können.
So gab es diesmal bei der Siegerehrung zunächst noch Verwirrung um die Platzierungen. Als dann alle Pokale verteilt waren, konnten die Läufer endlich ihr persönliches Erlebnis entsprechend feiern.
Auch Philipp Brouwer gehörte dazu, wenngleich ihm und seinen Kumpels aus Paderborn immer wieder eine Frage durch den Kopf ging: „Wie sehen nach diesem Unwetter wohl unsere Zelt aus?“

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